Kristina Marlen

KONSTANTIN STAVRIDIS hat das Gemeinschaftsprojekt "Die FARM" in Berlin gegründet und aufgebaut & lebt dort in gemeinschaftlichem Kontext. Er ist Liebesforscher und widmet sich der kreativen Förderung, Kultivierung und Erforschung von Liebesfähigkeit, Partnerschaft, Gemeinschaft, Kunst und Selbsterkenntnis.

"Ein Leben lang unterwegs für ein wahrhaftig erfüllteres Leben auf professionelle und subversive Art."

"2008 begann ich meine Körperarbeit um den sexuellen Aspekt zu erweitern. Das tantrische Berührungsritual bot mir Fokus, Achtsamkeit und einen Rahmen, um das Sexuelle zu feiern. Auf Grundlage dessen begann ich zu forschen. Das Wissen aus meinen anderen Berufsfeldern webte ich kontinuierlich ein und entwickelte so meine eigene Methode sexueller Körperarbeit.

Menschen zu berühren, ist im Wortsinne Beruf und Berufung für mich. Die Sexualität in diesen Prozess einzubeziehen, eröffnet eine weitere Dimension, die spannend, tief und nährend ist. An der Arbeit mit sexueller Energie faszinieren mich Ästhetik und Poesie genauso wie Brüche und Widersprüche, die dem Begehren und den Körperbildern innewohnen.

Ich bezeichne mich als queer und benutze diesen Begriff als Hilfskonstruktion in meiner Überzeugung, dass Begehren und Sexualität, Geschlechtsidentität und Liebe unendlich vielfältig sind und ebenso vielfältigen Ausdruck und diverse Lebensformen brauchen.
Mich interessieren Kink und risikobewusste BDSM Praktiken, weil ich an allem interessiert bin, was das menschliche Empfindungs- und Ausdrucksspektrum erweitert. Mich interessieren alle Farben der Empfindungspalette, denn unsere Sehnsüchte sind der Schlüssel zu großer Kreativität und Freiheit. Das Tabu, das Stigma und die (Selbst)Zensur sind die Gegenspielenden unseres starken, spielerischen und lustvollen Selbst.

Ich liebe es, Menschen in Erfahrungsräume zu begleiten, in denen sie völlig neue Qualitäten erleben können; Ausgeliefertsein als Steigerung der Hingabe, süßen Schmerz, ihre eigene Sehnsucht nach Macht oder Ohnmacht. Aber auch Verletzlichkeit, Offenheit und die Erfahrung, darin gehalten zu sein. Vielleicht auch, dass Gefühle, die sie nie miteinander in Verbindung gebracht hätten, ganz dicht beieinander liegen können. Dabei mag ich es, sensibel Begleitende zu sein. Und während sich bei meinen Klient*innen neue Wege auf der Emotionslandkarte erschließen, lerne ich selbst jedes Mal neu dazu.

Ich halte und unterstütze diese sexuellen Entdeckungsreisen. Denn ich glaube daran, dass die Erfahrung, diese Abenteuer selbst steuern und kommunizieren zu können, heilsam ist."

Wir freuen uns sehr Kristina Marlen an unserem Pfingstfestival als Speaker*in begrüßen zu dürfen.

www.marlen.me